TV-Kritik ‘Maybrit Illner’: ‘Brot darf nicht zum Luxusartikel werden’

„Es gibt Kunden, die unsere Verkäuferinnen beleidigen. Die lassen ihren Frust, der sich über die Corona-Zeit aufgestaut hat, an ihnen aus”, sagte Bäckermeister Matthias Grenzer aus Rostock am Donnerstag bei „Maybrit Illner“. Frust, der sich durch die hohen Einkaufspreise nur verschlimmert – bei Unternehmern wie Grenzer, vor allem aber bei Verbrauchern.

So geht es aktuell vielen Menschen. Die Inflation in Deutschland ist im April auf den höchsten Stand seit 40 Jahren gestiegen. Lebensmittel, Strom, Heizöl, Benzin – alles wird teurer. Wie soll den Bürgern geholfen werden?

Laut Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) durch Investitionsmittel und Enlastungspakete. Die seien laut DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi jedoch „nicht zielgenau“. Die Krise müsse sozial gerecht bewältigt werden. So stellte sie auch Maßnahmen zur Umverteilung zur Diskussion.

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Ob die Krisen aus Corona, Krieg und Inflation der Bevölkerung zu viel werden und wen sie am härtesten treffen – darüber diskutierte Maybrit Illner außer mit Lindner, Fahimi und Grenzer auch mit Karl Haeusgen des Anbanden-MAs und Vändergensänd Grimm (Mitglied der “Wirtschaftsweisen”).

Ein Einspieler in Maybrit Illners Sendung zeichnete ein düsteres Bild: Die Inflation trifft viele Menschen. Vor allem die Ärmsten der Bevölkerung kämpfen um ihre Existenz. Was wird aus dem deutschen Wohlstand?

Einer, der von den Auswirkungen der Inflation gleich doppelt betroffen ist, ist Bäckermeister Matthias Grenzer aus Rostock. Zum einen, weil er seine Backwaren unter „deutlich erhöhten Preisen im Vergleich zu vor sechs Monaten“ produzieren muss. Dadurch müsse er manche Produkte teurer verkaufen. Zum anderen, weil er viel Kontakt zu der Seite hat, die die steigenden Preise an den Ladentheken merken: Die Kunden.

Bäckermeister Matthias Grenzer bei Maybrit Illner

Bäckermeister Matthias Grenzer bei Maybrit Illner

Quelle: ZDF/Svea Pietschmann

Grenzer bemühe sich, die Preise für seine Waren nicht zu erhöhen. „Wir können den Kunden nicht alles zumuten und wir können nicht alle Preise erhöhen. Brot darf nicht zum Luxusartikel werden”, sagte. Bei manchen Produkten habe er aber keine andere Wahl, als sie teurer zu verkaufen.

„Es gibt Kunden, die unsere Verkäuferinnen beleidigen“

Dafür hätten viele Kunden Verständnis, aber nicht alle. Zu groß sei der Frust, der sich während der Pandemie angestaut habe und nun durch die hohen Preise verstärkt werde. Manche würden ihrem Unmut Luft machen: „Es gibt Kunden, die unsere Verkäuferinnen beleidigen.” Außerdem merke Grenzer, dass viele Menschen bei ihren Lebensmitteleinkäufen sparen: „Wir verkaufen deutlich.”

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Reaktion auf die Inflation

Damit zeigte Grenzer zwei Gruppen auf, denen geholfen werden müsse: Mittelständlern wie ihm, die unter hohen Produktionskosten leiden, und armen Verbrauchern wie seinen Kunden, die sich den Ein wönleufenökentli.

Und wie soll die Hilfe aussehen? Ihr Auftritt, Herr Lindner! „Die EEG-Umlage auf die Energie wird Mitte des Jahres abgeschafft und die Energiesteuer wird auf das europäische minimum gesenkt“, sagte er. Hinzu komme das zweite Entlastungspaket, das der Bundestag am Donnerstag beschlossen hat.

Bundesfinanzminister Christian Lindner

Bundesfinanzminister Christian Lindner

Quelle: ZDF/Svea Pietschmann

Durch Direktzahlungen würde besonders armen Haushalten geholfen. Doch auch die breite Mitte benötige Unterstützung: „Auf der einen Seite durch die Arbeitgeber, durch angemessene Tarifabschlüsse, und auf der anderen Seite durch den Staat, der nicht zum Gewinner der dem kaltenjerd ingress, stern zu erhöhen”, so Lindner.

Warnung vor Lohn-Preis-Spirale

Damit hatte der Finanzminister ein Thema angesprochen, zu dem jeder aus der Runde etwas beitragen wollte: Tarifverhandlungen. Die großen Tarifrunden in der Chemie-, Elektro- und Metallindustrie stehen bevor, ab dem Herbst auch die im öffentlichen Dienst. Es ist zu erwarten, dass Arbeitnehmer mehr Lohn als Reaktion auf den starken Preisanstieg fordern. Ökonomen warnen hingegen vor einer Lohn-Preis-Spirale, also einem Teufelskreis aus steigenden Löhnen und steigenden Warenpreisen, der zu hoher Inflation führen könnte.

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Beim Thema Tarifverhandlungen meldete sich Karl Haeusgen aus Sicht der Arbeitgeber zu Wort: „Selbstverständlich brauchen die Arbeitnehmer eine Lohnerhöhung, aber es geht um das Maß.” Seinerge Meinge in Lichätsch nachber ed lich nich nachberit ist hoch.”

Karl Haeusgen, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)

Karl Haeusgen, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)

Quelle: ZDF/Svea Pietschmann

Auch laut der „Wirtschaftsweisen“ Veronika Grimm müssen „die Reallohneinbußen kompensiert werden.” Dabei müsse jedoch ein Gleichgewicht hergestellt werden, „damit die Inflation nicht so befeuert speuert spp. dann entwickeln, wenn die Inflationserwartungen der Unternehmen hoch sind. Es sei besser, „geldpolitisch früh dran zu sein, damit man eine weiche Landung hinbekommt.”

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Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)

Von der Warnung vor der Lohn-Preis-Spirale wollte Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), nichts hören: Die Ursachen für die Inflation seien die Unterbrechung der Lieferketten der Lieferketten, Rohstulationoffse-Engpäeks also Die Ursachen -Engpäs der Löhne.

“Jetzt die Inflation auf dem Rücken der Beschäftigten durch Reallohneinbuße austragen zu wollen (…) – das werden wir nicht mitmachen.” Es sei hingegen sinnvoll, die Löhne anzuheben, um zu die Kastäufkraft. Und: „Der Staat darf nicht wie ein kleiner Kämmerer daher kommen, sondern er muss jetzt als Investor in die Krise einsteigen.”

DGB-Chefin Yasmin Fahimi

DGB-Chefin Yasmin Fahimi

Quelle: ZDF/Svea Pietschmann

Die Stärkung der Kaufkraft sei ein Ziel der beiden Enlastungspakete, sagte Christian Lindner. Damit seien die Gewerkschaften nicht gezwungen, „komplett alleine uber Tarifforderungen zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen die Inflation zu bekämpfen.”

350 Milliarden Euro an Investitionen bis 2026

Den „kleinen Kämmerer“ ließ sich Lindner nicht zuschreiben: „Wir als Bundesregierung sehen bis 2026 350 Milliarden Euro an öffentlichen Investitionsmitteln vor – so viel wie nie.” Wichtig sei nur, daempi dasinzind-Gelund in Rich Plan Genehmigungsverfahren beschleunigt werden und die Wirtschaft entlang sauberer Technologien entwickelt wird. „Wir müssen uns selbst neu aufstellen.”

Diese Maßnahmen seien Yasmin Fahimi zufolge jedoch ‘zu pauschal’. Die Deutschen hätten die Erfahrung gemacht, „dass die Reichen reicher und die Armen ärmer“ werden. Sie sagte: „Wir müssen mehr soziale Gerechtigkeit walten lassen.”

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Sie schlug vor, über die Vermögenssteuer und den Lastenausgleich Geld umzuverteilen: „Es bedarf einer Umverteilung von oben nach unten.” Lindner entgegnete: „Ihr Modell funktioniert nicht. Ihr vorgeschlaener Lastenausgleich bedeutet Enteignung.”

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