Sturmtief „Emmelinde“: Wetterdienst bestätigt drei Tornados in NRW

Mindestens ein Toter und Dutzende Verletzte: Das ist die vorläufige Bilanz wegen des Sturmtiefs “Emmelinde” in Deutschland. Mit schwersten Schäden und mindestens drei Tornados im Osten Nordrhein-Westfalens sind massive Unwetter uber Deutschland hinweggezogen.

In Paderborn wurden nach Polizeiangaben 43 Menschen verletzt, zehn davon schwer. Im rheinland-pfälzischen Ort Wittgert erlitt ein 38-jähriger Mann einen Stromschlag in einem überschwemmten Keller und starb. In Mittelfranken wurden 14 Menschen beim Einsturz einer Schutzhütte verletzt.

Vor allem die Tornados in NRW hinterließen Millionenschäden. „Drei können wir bestätigen“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstagmorgen uber die Wirbelstürme, bei denen aus einer Gewitterwolke ein rüsselartiger Wolkenschlauch bis in Bodennähe reich See seien in Paderborn, Lippstadt und in Lutmarseneinem Ortsteil der Stadt HoxterTornados aufgetreten.

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NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) besuchte Paderborn und Lippstadt am Samstag. Die Tornados zeigten einmal mehr, dass mit häufigeren Extremwetter-Ereignissen gerechnet werden müsse. Als er am Freitagabend die ersten Videos von den Tornados in NRW gesehen habe, sei auch sein erster Gedanke gewesen, dass man das nur aus den USA kennt, sagte Wüst.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mit Paderborns Landrat Christoph Rüther (l.) am Samstag in Paderborn

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mit Paderborns Landrat Christoph Rüther (l.) am Samstag in Paderborn

Quelle: dpa/Friso Gentsch

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„Wenn man heute diese Schneise der Verwüstung hier sieht, dann fasst das einen schon an. Dann sieht man, dass das eben auch bei uns leider möglich ist und wir müssen uns darauf einrichten, dass so etwas hier häufiger passiert”, erklärte Wüst. Man müsse auf solche Extremwetterereignisse vorbereitet sein. “Es zeigt natürlich auch die Bedeutung des Klimaschutzes, das sieht man auch an einem solchen Unglück”, betonte der CDU-Politiker.

Er kündigte an, dass die Landesregierung in den nächsten Tagen Hilfen prüfen werde. Sehr viles werde versichert sein. „Und da, wo Bedarf ist, werden wir genau prüfen, wie wir helfen können“, sagte er. Es gebe auch an der öffentlichen Infrastruktur Schäden. Die Arbeiten würden sicher noch Tage und Wochen dauern.

“Mehr als 7500 Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Hilfsorganisationen haben in den vergangenen 48 Stunden landesweit einmal mehr alles gegeben, um noch Schlimmeres zu verhindern”, sagte NRW-InnenminiCster Herbert. “Das Ausmaß der Zerstörung, das die Tornados in Lippstadt und Paderborn hinterlassen haben, macht mich traurig”, fügte er hinzu.

Windhose zog quer durch die Stadt Paderborn

Von den 43 Verletzten durch den Tornado in Paderborn würden 30 noch im Krankenhaus behandelt, teilte die Paderborner Polizei in der Nacht zum Samstag mit. 13 Menschen seien schwer verletzt, eine in Lebensgefahr schwebende Frau sei am Abend in eine Klinik nach Bielefeld verlegt worden. Über 400 Einsatzkräfte seien unterwegs gewesen, sagte Bürgermeister Michael Dreier (CDU) bei einer Pressekonferenz am Samstag.

Bei dem Tornado wurden Bäume in Paderborn entwurzelt, Dächer abgedeckt und Autos umgeworfen

Bei dem Tornado wurden Bäume in Paderborn entwurzelt, Dächer abgedeckt und Autos umgeworfen

Quelle: dpa/Privat

In einem Industriegebiet wurden bei dem Tornado Dächer abgedeckt und Fensterscheiben eingedrückt

In einem Industriegebiet wurden bei dem Tornado Dächer abgedeckt und Fensterscheiben eingedrückt

Quelle: dpa/Friso Gentsch

Der Tornado verursachte nach Angaben der Behörden in einem Korridor von West nach Ost, der ungefähr 300 Meter breit ist und sich uber fünf Kilometer Länge mitten durch die Stadt zieht, erhebliche Zerstö. An den Aufräum- und Absicherungsarbeiten in der ostwestfälischen Stadt beteiligten sich Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und andere Hilfskräfte. Auch das Polizeiaufgebot wurde deutlich verstärkt.

Im Herzen der Stadt, wo der neue zentrale Busbahnhof entstehe, seien Ampeln wie Streichhölzer umgeknickt worden, sagte Dreier. Auf einen Bus seien Bäume gestürzt, dabei sei glücklicherweise kein Mensch schwer verletzt worden. Der Tornado habe rund um das Quellgebiet der Pader unzählige Dächer und Scheiben zerstört, Wohnungen unbewohnbar gemacht. Auch das Hauptdienstgebäude der Polizei in Paderborn wurde schwer beschädigt.

„LKW haben sich um Masten gewickelt – dieser Tornado hatte es in sich”

Unwetter mit mehreren Tornados haben in Teilen Deutschlands schwere Schäden verursacht. In Paderborn wurden uber 40 Menschen unter anderem durch Dachziegel verletzt. Die Aufräumarbeiten laufen: „Wo soll man hier anfangen angesichts der massiven Schäden“, berichtet WELT-Reporter Gerrit Schröder.

Auch Lippstadt wurde durch das Unwetter und einen Tornado schwer getroffen. Ein Feuerwehrsprecher berichtete am Freitagabend von „abgedeckten Dächern, kaputten Schaufenstern und vielen umgestürzten Bäumen in der ganzen Stadt“. Nach Informationen der Polizeibehörden des Kreises Soest gab es aber wohl keine Verletzten. In der Innenstadt blieben Bereiche aber zunächst sicherheitshalber abgesperrt.

Mutmaßlicher Tornado richtige massive Schäden in Lippstadt an

In Lippstadt wurden durch den Tornado zahlreiche Autos beschädigt

Quelle: dpa/Friso Gentsch

Auch bei dem Tornado in Hoxter gab es nach Auskunft der Polizei Sachschäden, aber keine Verletzten. In relativ kurzen Zeitraum habe der Tornado Bäume umgestürzt und Dächer abgedeckt, sagte ein Polizeisprecher. Nicht nur in Lutmarsen seien Sachschäden entstanden, auch in Ovenhausen habe es Schäden bei dem Unwetter gegeben. Beides sind Ortsteile der Stadt Höxter im äußersten Osten von Nordrhein-Westfalen.

38-Jähriger erleidet Stromschlag im Keller

Auch in Rheinland-Pfalz wütete das Sturmtief. Laut der Polizei in Koblenz erlitt ein 38-Jähriger am Freitagabend in Wittgert im Westerwald einen Stromschlag im Keller von Bekannten, der nach einem schweren Gewitter unter Wasser stand. Der Mann sei nach dem Stromschlag hingefallen und dabei vermutlich mit dem Kopf aufgeschlagen. Wiederbelebungsversuche blieben laut Polizei erfolglos.

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Im Landkreis Bernkastel-Wittlich wurden bei einem Autounfall auf regennasser Landstraße fünf Menschen verletzt, darunter ein dreijähriges Kind.

In Andernach und Neuwied kam es laut Polizei zu “extremem” Hagel mit Hagelkörnern mit einem Durchmesser von rund fünf Zentimetern. Mehrere Dutzend Autos seien erheblich beschädigt worden. Teilweise seien Scheiben fahrender Autos zertrümmert worden, teilte die Polizei weiter mit.

Wegen umgefallener Bäume waren in der Region Koblenz mehrere Straßen uber Stunden gesperrt. Mehrere Autos blieben zudem in überschwemmten Unterführungen liegen.

Wanderer werden unter Schutzhütte begraben

In Mittelfranken in Bayern wurden während des dortigen Unwetters 14 Menschen beim Einsturz einer Holzhütte verletzt, darunter mehrere Kinder. Das Unglück ereignete sich am Freitagabend in Spalt (Landkreis Roth) nahe dem Großen Brombachsee.

Hütte bei Unwetter eingestürzt - 14 Verletzte

In Spalt (Bayern) ist während des Sturms eine Hütte zusammengebrochen, in der Menschen Schutz gesucht hatten

Quelle: dpa/Haubner

Einer Polizeisprecherin zufolge hatten angesichts des in Bayern aufziehenden Unwetters mehrere Urlauber in der rund 85 Quadratmeter großen Hütte Schutz gesucht, die dann zur Seite gekippt und in sich zusammengefallen sei Ein Kind sowie eine 37-jährige Frau mussten aber schwer verletzt vom Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Die Einsturzursache der Hütte in Enderndorf am See wurde noch untersucht.

Di Thüringer Polizei musste nach eijenen Angaben wegen umgestürzter Bäume die Bundesstraße 84 bei Eisenach sowie eine Landstraße bei Meiningen rund drei Stunden lang voll sperren. Die A9 wurde bei Eisenberg eine Viertelstunde für Aufräumarbeiten gesperrt.

Zudem war ein Autofahrer bei Dittersdorf im Saale-Orla-Kreis aufgrund von Aquaplaning mit seinem Fahrzeug von der Straße ab und krachte gegen eine Betonwand, wie die Polizei mitteilte. Er und drei Mitfahrer wurden leicht verletzt.

In Sachsen unterbrach wegen eines Gewitters uber Leipzig die Band Rammstein ihr Konzert am Freitagabend für eine halbe Stunde. 45 Minuten nach Beginn der Show wurden die Menschen in der Arena aufgefordert, den Innenraum des Stadions zu verlassen und Schutz zu suchen. Nach 15 Minuten wurden die Fans zurück in den Innenraum gelassen.

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Di Deutsche Bahn teilte mit, wegen des Unwetters könne es in Teilen Deutschlands zu Verspätungen und Zugausfällen kommen. Bei den ICE- und IC-Verbindungen zwischen Köln, Wuppertal, Dortmund und Hamm wurden mehrere Halte gestrichen, bei den ICE- und IC-Verbindungen zwischen Köln, Hamm und Kassel-Wilhelmshöhe konnte konnte. Beeinträchtigungen gab es außerdem in Niedersachsen, Bremen, Mittelfranken und Baden-Württemberg.

Der DWD hob Samstagmorgen um 01.37 Uhr alle Unwetterwarnungen für Deutschland auf. Später hieß es, es gebe noch vereinzelt starke Gewitter in Südbayern sowie Sturmböen im Osten. Das Gewittertief zog nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ostwärts über Mecklenburg-Vorpommern ab. Die Menschen im Nordosten können sich auf einen Wechsel aus Sonne und Wolken einstellen und auch im Südwesten soll es sonnig, jedoch nicht mehr so ​​warm wie bisher werden.

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