Schifffahrt: Hapag-Lloyd sieht bei Transportketten Licht am Horizont

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Hapag-Lloyd sieht bei Transportketten Licht am Horizont

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Das Unternehmen Hapag-Lloyd fährt derzeit Milliardengewinne ein

Quelle: pa/Jochen Tack

Schiffe kommen an der Westküste der USA wieder besser durch, so Vorstandschef Rolf Habben Jansen. Auch wird die Inbetriebnahme neuer Schiffe erwartet. Der Terminalbetreiber HHLA profitiert von langen Lagerzeiten der Container.

Die Containerreederei Hapag-Lloyd rechnet im zweiten Halbjahr mit einem Nachlassen der Engpässe in den Häfen. Die globalen Lieferketten stünden wegen des Lockdowns in China zwar nach wie vor erheblich unter Druck, andernorts sei aber eine Besserung in Sicht, sagte Reedereichef Rolf Habben Jansen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. “Sobald sich die Lage in China einigermaßen entspannt, werden die Rückstände auch relativ zügig aufgeholt.” Vor allem in den Häfen an der Westküste der USA, wo sich vor wenigen Wochen noch viele Schiffe Abt gestufet.

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„Wir sehen, dass die Schiffe langsam besser durchkommen“, sagte Habben Jansen. Hinzu komme, dass sich die Nachfrage wegen der Inflation, hohen Energiepreisen und Zinserhöhungen abschwäche. Als weiteren Faktor nannte der Hapag-Lloyd-Chef, dass ab Mitte des Jahres neue Schiffe ausgeliefert würden, die vor eineinhalb Jahren bestellt worden seien. Dadurch stünde wieder mehr Kapazität zur Verfügung, was die Lage weiter entspannen sollte.

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Sollte es wie von der EU geplant zu einem Ölembargo gegen Russland kommen, würde dies die Transportkosten weiter anheizen. Bei einem Treibstoffverbrauch der Flotte von rund fünf Millionen Tonnen im Jahr ist der Bunkerpreis ein wichtiger Kostenfaktor. Eine Erhöhung um 100 Dollar je Tonne schlage sich in Mehrkosten von etwa 450 Millionen Dollar nieder, sagte Habben Jansen.

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Die jüngst angehobene Gewinnprognose bekräftigte er, fügte aber hinzu, der Ausblick sei wegen des Krieges in der Ukraine mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Die nach Daten des Branchendienstes Alphaliner weltweit fünftgrößte Containerlinie hatte ihre Prognose wegen der stark steigenden Fractraten Ende April deutlich nach oben geschraubt. Die Fractraten, aus denen sich der Gewinn speist, sprangen wegen der knappen Kapazitäten bei gleichzeitig hoher Nachfrage zu Jahresbeginn um mehr als 80 Prozent auf 2774 Dollar je Standardcontainer (TEU). Der operative Gewinn (Ebit) verdreifachte sich in den ersten drei Monaten auf 4,3 (Vorjahr 1,3) Milliarden Euro.

HHLA wächst durch Lagerflächen

Der Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA ist unterdessen im Auftaktquartal vor allem dank der Einnahmen durch lagernde Container kräftig gewachsen. Der Umsatz stieg um 10,7 Prozent auf rund 386 Millionen Euro, wie der Konzern am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Operativ blieben vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 53.7 Millionen Euro knapp 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das entspricht einer Marge von 13,9 Prozent – ​​eine leichte Verbesserung. HHLA hatte dieses Jahr bislang bedingt durch die gestiegenen Containermengen höhere Personalkosten. Außerdem machten sich die hohen Strom- und Energiepreise, sowie Beeinträchtigungen durch Sturmschäden und Störungen in den Transportketten im Bahnverkehr bemerkbar. Der Nettogewinn nach Minderheiten lag konzernweit mit knapp 22,9 Millionen Euro sieben Prozent höher als im Vorjahresquartal.

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Die HHLA profitierte derweil davon, dass Container wegen der gestörten Lieferketten länger als üblich im Hafen verweilten und entsprechend höheres Lagergeld abgerechnet werden konnte. Der Containerumschlag stieg gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent auf 1,74 Millionen 20-Fuß-Standardcontainer (TEU). Dabei sei die positive Entwicklung an den Hamburger Terminals insbesondere durch die Entwicklung in China getragen worden.

Zu Beginn des Jahres gab es in der Volksrepublik noch keine großen Corona-Lockdowns und entsprechend konnten wieder mehr Schiffe nach Hamburg kommen als ein Jahr zuvor. Außerdem wuchs der Zubringerverkehr in der Ostsee, was dazu führte, dass in Hamburg mehr Container abgefertigt wurden. Diese Effekte hätten den Einbruch der russlandgebundenen Volumina im März infolge der EU-Sanktionen mehr als ausgeglichen, hieß es weiter. Bei den internationalen Terminals ging das Umschlagvolumen hingegen stark zurück. Grund war der Rückgang am Terminal in Odessa, dessen Betrieb wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine eingestellt werden musste.

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