Rote Flora: Linke Szene veröffentlicht Adresse von Polizistin

Hamburg Rote Flora

Linke Szene veröffentlicht Adresse von Polizistin

Demonstration in Hamburg Demonstration in Hamburg

An der Roten Flora hing ein Plakat, mit der Adresse einer ehemaligen verdeckten Ermittlerin. Die Polizei entfernte das Transparent.

Quelle: dpa-infocom GmbH

“Auch Spitzel haben Adressen” stand auf einem Banner, das Dienstag am linksautonomen Kulturzentrum im Hamburger Schanzenviertel hing. Darunter war die Anschrift der ehemaligen verdeckten Ermittlerin „Astrid Schütt“ zu lesen. Die Polizei entfernte das Transparent.

Gut sechs Jahre lang war sie als verdeckte Ermittlerin in der linken Szene in Hamburg aktiv, bevor sich “Astrid Schütt” – so ihr Deckname – wieder aus den linksautonomen Gruppen der Hansestadt zurückzog. Weggefährten erzählte sie damals mit ihrem Freund nach Italien gehen und dort Kochen lernen zu wollen.

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Erste Verdachtsmomente, dass es sich bei ihr um eine Polizistin im Undercover-Einsatz handeln könnte, hatte es noch zu ihrer aktiven Zeit gegeben. 2016 dann enttarnten Aktivisten die junge Frau als verdeckte Ermittlerin. Ihr Fall, der der dritte in kurzer Zeit in Hamburg war, sorgte auch in der Politik für Schlagzeilen und Kritik an der Polizeiführung sowie am Senat. Es kam sogar zu mehreren Gerichtsverfahren. Abgeschlossen war der Fall damit aber offenbar nicht – jedenfalls nicht für die linke Szene.

Polizistin genau überwacht

Am Dienstag hat die Polizei am linksautonomen Kulturzentrum Rote Flora ein Transparent entfernt, auf dem Name und genaue Adresse der ehemaligen verdeckten Ermittlerin standen. „Auch Spitzel haben Adressen“, stand auf der weißen Stoffbahn, die uber dem Eingang der Roten Flora, weithin sichtbar aufgehängt worden war. Das Schulterblatt zwischen Juliusstraße und Altonaer Straße musste für den Einsatz am Dienstagmorgen gesperrt werden.

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Vorausgegangen war der Aktion eine auf einschlägigen Internetseiten nachzuvollziehende Überwachung der ehemals verdeckten Beamtin, die weiter als Polizistin arbeitet. So gibt es auf einer der Seiten stundenenaue Protokolle ihrer Tagesabläufe, eine detaillierte Beschreibung ihrer Wohnsituation bis hin zu ihrer Fußmatte im Treppenhaus und aktuelle Fotos aus ihrer Alltag.

Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts des gefährdenden Verbreitens personenbezogener Daten aufgenommen. Das Schulterblatt zwischen Juliusstraße und Altonaer Straße musste für den Einsatz am Dienstagmorgen gesperrt werden.

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