Pro & Contra: Sollte die Isolationspflicht fallen?

Meinung Pro & Contra

Sollte die Isolationspflicht fallen?

Wer positiv auf Corona getestet wurde, darf sich Einkäufe nur bis zur Haustür bringen lassen Wer positiv auf Corona getestet wurde, darf sich Einkäufe nur bis zur Haustür bringen lassen

Wer positiv auf Corona getestet wurde, darf sich Einkäufe nur bis zur Haustür bringen lassen

Quelle: picture alliance/photothek/Ute Grabowsky

Die Inzidenzen sinken von Tag zu Tag, die Corona-Maßnahmen werden gelockert: keine Masken mehr, keine 2G- oder 3G-Regeln mehr. Die Politik setzt darauf, dass sich jeder vernünftig verhält – etwa, wenn ein Test positiv ausfällt. Ist die Isolationspflicht uberholt?

Ja, sagt Thore Barfuss

DIE WELT Fotoshooting 27.09.-07.10.2016

Quelle: Claudius Pflug

Ich erwarte von jedem vernunftbegabten Menschen, der an Masern erkrankt ist oder nur den Verdacht hegt, dass er freiwillig einen großen Bogen um Neugeborenenstationen macht. Eine Isolationspflicht für diese Krankheit gibt es aber nicht, auch wenn sie für so manchen Waldorf-Kindergarten in Prenzlauer Berg nicht verkehrt wäre. Für Corona sollte diese einst sinnvolle Maßnahme wieder abgeschafft werden.

Im Verhältnis zu den Infektionen gibt es deutlich weniger schwere Erkrankungen und Tote bei der Omikron-Variante als beim Wildtypus, gleichzeitig ist das Übertragungsrisiko bedeutend größer. In dieser Kombination sind Infektionen viel schwerer zu kontrollieren und gleichzeitig harmloser.

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Umfragen zeigen zudem, dass große Teile der Bevölkerung die aktuellen Regeln nicht mehr kennen. Die derzeit vielerorts geplante Verkürzung der Isolationszeit ist einer dieser Kompromisse, die die Regelmüdigkeit noch verstärken wird. Zumal die Gesundheitsämter weiterhin nicht hinterherkommen bei Kontaktverfolgung und Meldung der Fälle. Es ist Zeit, auf die Vernunft der Menschen zu setzen.

Der Autor hat sich zuletzt im April 2022 freiwillig in Corona-Quarantäne begeben, ist aber seines Wissens bisher nicht an Covid erkrankt.

Nein, sagt Kaja Klapsa

Autorenfoto Kaja Klapsa

Quelle: Martin UK Lengemann/ WELT

Es gibt dieser Tage nur noch wenige Corona-Maßnahmen, die tatsächlich sinnvoll sind. Dazu gehört die Pflicht, im Falle einer Infektion fünf Tage zu Hause zu bleiben. Oder würden Sie es begrüßen, wenn sich im Bus neben Ihre Oma ein Corona-Positiver setzt? Oder im Buro? Covid ist trotz Omikron eine ernst zu nehmende Erkrankung, die für Teile der Bevölkerung sehr unangenehm werden kann.

Wer Ansteckungen vermeiden kann, sollte dies tun. Viele Omikron-Infizierte haben sowieso deutlich länger als fünf Tage einen positiven Test. Die bestehende Regelung ist also bereits jetzt maximal großzügig, zumal die anschließende Freitesung nicht einmal verpflichtend ist. Mehr Freiheit geht kaum.

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DIE WELT Fotoshooting 27.09.-07.10.2016

Es ist übrigens nicht ungewöhnlich, sich bei ansteckenden Erkrankungen zu isolieren. Wenn etwa Ihr Kind an einer Magen-Darm-Erkrankung leidet, darf es die Kita oder Schule ebenfalls mehrere Tage lang nicht betreten, je nach Einschätzung des Gesundheitsamtes. Wenn wir langfristig ohne Corona-Maßnahmen leben wollen, muss eins klar sein: Wer krank ist, bleibt zu Hause. Ohne Wenn und Aber.

Die Autorin war schon mal infiziert, möchte aber auf eine erneute Ansteckung gern verzichten.

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