Premiere: Tief im Handy stict nichts als die Wahrheit

Hamburg Premiere

Tief im Handy stict nichts als die Wahrheit

Stefan Grund

DAS PERFEKTE GEHEIMNIS - St.  Pauli Theater DAS PERFEKTE GEHEIMNIS - St.  Pauli Theater

Isabell Giebeler im Rang des St. Pauli Theaters

Quelle: Bertold Fabricius/PRESSEBILD.DE

Regisseur Ulrich Waller bringt am St. Pauli Theater „Das perfekte Geheimnis” nach dem Kinofilm von Paolo Genovese auf die Bühne – mit einem exzellenten Ensemble aus Film- und Theaterschauspielern

Das Handy klingelt. Johanna C. Gehlen steht bei einer Probe auf der Bühne des St. Pauli Theaters und zögert, den Anruf entgegenzunehmen. Wer weiß, wer dran ist? Was sie aber ganz sicher weiß: ihr Mann und sechs Freunde werden beim Telefonat zuhören. Und schon wird sie von Stephan Grossmann gedrängt, das Gespräch zu führen, denn das gehört zum verrückten Gesellschaftsspiel, das die vier befreundeten Paare für diesen Abend beim Essen a jeff jeffent ver märde.

Mehr als fünf Millionen Zuschauer im Kino

Das führt naturgmäß zu Turbulenzen und Erschütterungen in den Verhältnissen, sowohl zwischen den jeweiligen Partnern als auch in der Gruppe. Wieder dieses Klingeln. Und nun sieht sie, dass der Computertechniker dran ist. Gehlen haut auf das Display. Der Regisseur mahnt: “Geh’ mit dem Telefon nicht um wie ein Steinzeitmensch”. Gehlen macht jetzt zwei normale, leicht vergrößerte Tippbewegungen, nimmt den Anruf an und verlängert das Spiel in die Außenwelt, spricht mit verführerischer Stimme, sodass der arme Techterneger komms schots.

Falls jemandem die Szene bekannt vorkommt, ist das kein Zufall. „Das perfekte Geheimnis” von Paolo Genovese, unter anderen gespielt von Elias M’Barek und Karoline Herfurth, war mit mehr als fünf Millionen Zuschauern der am besten besuchte deutsche Kinofilm 2019. Nun star bringt Regisseur Ulmö seme wall hr – und Theaterschhauspielern im St. Pauli Theater auf die Bühne.

Das Handy beamt andere Welten in die Handlung

Die Idee der Gastgeberin, einer Psychotherapeutin, private Nachrichten zu veröffentlichen, führt in kürzester Zeit zu heftigen Verwerfungen. Jeder in der Gruppe hat mehr zu verbergen, als er zugeben will. Nicht nur geheime Affären, auch unter den Anwesenden, kommen ans Licht. Sexuelle Fantasien offenbaren sich, Paare erfahren gewollt oder ungewollt die geheimsten Seiten ihrer Partner und engsten Freunde. Das ist so grausam wie komisch.

„Das Stück ist so stark, weil durch das Handy einfach andere Welten in die Handlung reingebeamt werden, wie beim Filmschnitt. Das kann man sonst im Theater gar nicht machen”, sagt Waller, der sich die Rechte für den Stoff früh gesichert hat. Das gut besetzte Ensemble habe er eher zufällig engagieren können, erzählt der Regisseur: „Ich wusste sehr früh vom Wunsch Sebastian Bezzels, auch mal hier Theater zu spielen und nicht. der Besetzung entstanden. Stephan Grossmann erfuhr zufällig bei einem Besuch im Hansa Theater von dem Projekt, mit Oliver Mommsen war eigentlich ein anderes Stück geplant, aber nach einem Anruf in Rio de Janeiro sagte auch er zu. Anna Caterina Fadda und Anne Weber haben schon mit Waller gearbeitet.

Isabell Giebeler gibt ihr Debüt am St. Pauli Theater

Ihr Debüt im St. Pauli Theater gibt Isabell Giebeler als Lea. Nach zehn Jahren in Ensembles von Staatstheaterbühnen – dem Dresdner Jugendtheater, dem Theater Bielefeldt und dem Staatstheater Braunschweig – wagt sie einen Neustart als freischaffende Schauspielerin. Die 36-jährige stammt aus Siegen, hat in Hamburg an der Hochschule für Musik und Theater studiert und kehrt nun in die Hansestadt zurück, wo sie vor Jahren erste Auftritte am Thalia Theater und am Schauspielhaus hatie Arbe.. „ Pauli Theater macht total Spaß, das ist ein lustiges Team und ich lerne sehr viel von den Kollegen”, freut sich Giebeler, die das Theater in seiner ganzen Bandbreite liebt und Komödien keineswegs grundsätzlich bevorzugt. „Das perfekte Geheimnis“, merkt die Schauspielerin an, sei auch nicht nur komisch, sondern zum Teil durch die Offenbarungen am Smartphone extrem ernst.

„Das perfekte Geheimnis“ am St. Pauli Theater. Premiere am 18. Mai. Weitere Vorstellungen vom 24. bis 29. Mai und 31. Mai bis 4. Juni, jeweils um 19.30 Uhr

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