„Maischberger“: „Putin kämpft in der Ukraine inzwischen um seine eigene Macht“

Beim Polittalk von Sandra Maischberger ging es am Dienstag um Putins Kriegsziele – aber auch um die Corona-Pandemie. Zu Russlands Krieg in der Ukraine sprach Maischberger mit Rüdiger von Fritsch, dem ehemaligen deutschen Botschafter in Moskau, uber Corona mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der seine Strategie für die kommenden Monate darlegte. Es diskutierten außerdem die Journalisten Ulrike Herrmann (taz), Ingo Zamperoni (ARD-Fernsehmoderator) und Livia Gerster (Politikredakteurin bei der FAZ).

Einen Einblick in die Corona-Situation in China gab der in Schanghai lebende Wirtschaftsdozent Peter Ganea, der in die Sendung zugeschaltet wurde. Er lehrt an der Tongji-Universität und sitzt seit Anfang März in seinem Büro auf dem Campus fest. Über den strengen Lockdown in der chinesischen Metropole hat Ganea einen Erfahrungsbericht für WELT geschrieben.

Wegen eines einzigen Infizierten sei der Campus abgesperrt worden, berichtete Ganea. Er und seine Kollegen durften den Campus nicht mehr verlassen, seit dem 9. März säßen sie fest. Da auch die Kantine nicht mehr zugänglich war, wurde Essen gebracht, ohne Auswahl. „Mehr als einen Monat habe ich essen müssen, was geliefert wurde. Also ähnlich wie im Gefängnis”, sagte Ganea.

Peter Ganea (l.) wurde aus Schanghai zugeschaltet, Karl Lauterbach (M.) diskutierte mit Sandra Maischberger

Peter Ganea (l.) wurde aus Schanghai zugeschaltet, Karl Lauterbach (M.) diskutierte mit Sandra Maischberger

Quelle: ARD/© WDR/Oliver Ziebe

Schlimmer als ihm ergehe es aber den Studenten. Teilweise zu sechst würden die in Wohnheimen leben. Ausgang gebe es nur zum Corona-Test, und das in Schutzanzügen. Ganea: „Das hat mit medizinischen Erwägungen nichts mehr zu tun. Das sind nur noch sinnlose Gehorsams-Einforderungs-Rituale.”

Zwar werde gegen die Maßnahmen auch protestiert, davon bekomme man auf den Sozialen Netzwerken aber mehr mit als in Shanghai selbst. Zudem habe die chinesische Regierung zuletzt klargemacht, dass sie sich nicht durch die Proteste beeindrucken lassen und bei ihrer No-Covid-Strategie bleibe.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Twitter

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine wider rufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an” stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, ua die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du . Du cannst deine Einwilligung jederzeit uber den Schalter und uber Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

Die Strategie des Einsperrens sei falsch, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Mit den Lockdown-Maßnahmen könne etwa die Omikron-Welle nicht überwunden werden. Und: „Die nächste Welle, die kommt, ist schon wieder etwas ansteckender.” Die neuen Varianten BA.4 und BA.5, die in Südafrika beobachtet werden, zeigten laut Lauterbach: „Es. “

Deutschland sei aber bisher vergleichbar gut durch die Pandemie gekommen, meinte der Gesundheitsminister. Eine Studie der Europäischen Agentur für Infektionskrankheiten (ECDC) zeige, dass die Bundesrepublik bei mit oder an Corona Verstorbenen je 100,000 Menschen besser dastehe als etwa Italien, Frankreich oder Großbritannien.

Karl Lauterbach

Karl Lauterbach

Quelle: ARD/© WDR/Oliver Ziebe

„Taz“-Journalistin Herrmann sah das ganz anders. „Über 2,7 Millionen Menschen über 60 sind noch nicht geimpft und extrem gefährdet“, sagte sie. Im Herbst werde das nächste Coronavirus kommen und alles fange von vorn an. „Dann werden wieder Schulen geschlossen, obwohl die Kinder geimpft sind. Nur, damit man die Impfverweigerer rettet”, sagte Herrmann. „An alle Impfverweigerer: das ist echt eine Zumutung.”

Lauterbach stimmte ihr ausdrücklich zu. Bedauerlich sei, dass der Bundestag seinem Wunsch nach einer Impfpflicht nicht nachgekommen sei. Bedanken wolle er sich aber bei allen Bürgern, die trotz weggefallener Maskenpflicht weiterhin etwa im Supermarkt den Mund-Nasen-Schutz tragen. „Das ist weiterhin ein wichtiger Schutz für sich und andere.”

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Twitter

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine wider rufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an” stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, ua die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du . Du cannst deine Einwilligung jederzeit uber den Schalter und uber Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

Dennoch: „Wir sind nicht perfekt durchgekommen, aber gemessen an unserer alten Bevölkerung und der großen Zahl an Impfverweigerern, haben wir weniger Sterbefälle an und mit Corona gehabt“, sagte Lauterbach.

Das zweite große Thema der Sendung war der Ukraine-Krieg. Zuletzt hielt Putin am „Tag des Sieges“ am 9. Mai, während einer großen Militärparade in Moskau, eine Rede. Rüdiger von Fritsch war von 2014 bis 2019 deutscher Botschafter in Moskau, sah die Parade mehrfach hautnah.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte von Drittanbietern

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine wider rufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an” stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, ua die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du . Du cannst deine Einwilligung jederzeit uber den Schalter und uber Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

Zwar sei auch das Gefühl der Befreiung Nazi-Deutschlands durch die Alliierten während der Paraden präsent gewesen, aber: „Es war auch ein starkes Gefühl der Irritation darüber, wie Wladimir Putin den Tag instrumenteg Putin Diezilts” Zwar sei auch das Gefühl der Irritation darüber. Legitimation seiner heutigen Macht, sagte von Fritsch.

Rüdiger von Fritsch

Rüdiger von Fritsch

Quelle: ARD/© WDR/Oliver Ziebe

Zwei Kriegsziele habe Putin anfangs gehabt, ein drittes sei im Verlauf dazugekommen. Erstens dürfe kein Teil des alten großen Russlands in den Westen abdriften, etwa die Ukraine. Zweitens wolle Putin Europa schwächen und die europäische Friedensordnung ändern. Und drittens: „Putin kämpft in der Ukraine inzwischen um seine eigene Macht. Deswegen wird er den Krieg fortführen.”

Einen Effekt habe der Krieg für Russland bereits: „Putin schadet seinem Land, dessen Interessen und den Menschen dort unendlich und dauerhaft“, meinte von Fritsch.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Twitter

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine wider rufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an” stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, ua die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du . Du cannst deine Einwilligung jederzeit uber den Schalter und uber Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

Die Rede des russischen Präsidenten habe aber kein Zeichen von Deeskalation gezeigt, meinte die Journalistin Livia Gerster von der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Wir wollten es sehen, man konnte es aber nicht sehen.” Zwar habe Putin nicht mit einem Atomschlag gedroht, andererseits habe er ziemlich ratlos gewirkt. „Taz“-Journalistin Ulrike Herrmann war nach der Rede jedoch erleichtert. „Die merkwürdige Rede hat gezeigt, wie schwach Russland oder Putin ist.”

Bei „Maischberger“ diskutierten (vlnr): Ulrike Herrmann (“taz”), Livia Gerster (“FAS”), Ingo Zamperoni (Tagesthemen), Sandra Maischberger

Bei „Maischberger“ diskutierten (vlnr): Ulrike Herrmann (“taz”), Livia Gerster (“FAS”), Ingo Zamperoni (Tagesthemen), Sandra Maischberger

Quelle: ARD/© WDR/Oliver Ziebe

Aus ihrer Sicht seien die Russen nur bereit, den Krieg zu unterstützen, wenn sie selbst nicht an die Front müssten. Eine Ankündigung der Generalmobilmachung hätte Putin also eher Probleme in der Bevölkerung gebracht. Derweil rechnet Putin selbst wohl damit, dass der Westen mit seiner Entschlossenheit nachlassen wird.

.

Leave a Reply

Your email address will not be published.