“Maischberger”: “Der Gas-Ausstieg sollte komplett sein – und auf Dauer”

An Themen herrschte kein Mangel bei „Maischberger“. Die jüngste Wahl in Schleswig-Holstein, die anstehende in Nordrhein-Westfalen. Putins Militärparade, der teilweise Gastransit-Stopp der Ukraine, Außenministerin Annalena Baerbocks Reise nach Kiew, der umstrittene Helikopterflug mit Sohn von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht. Sandra Maischberger diskutierte uber diese Themen mit Grünen-Chefin Ricarda Lang und CDU-Chef Friedrich Merz.

Außerdem war der SPD-Politiker und ehmalige Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi zu Gast. Kommentiert wurden die Themen von der „Tagesspiegel“-Journalistin Sabine Rennefanz, dem stellvertretenden WELT-Chefredakteur Robin Alexander und Comedian Bernhard Hoëcker.

Der 93 Jahre alte Klaus von Dohnanyi kennt den Krieg, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs war er einberufen worden. Dohnanyi hatte in seinem letzten Buch „Nationale Interessen“ sein Verständnis für Russlands Widerstand gegen die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine geäußert.

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„Putin ist der Aggressor“, sagte von Dohnanyi nun im Einzelgespräch mit Sandra Maischberger im Studio. Es sei ein Angriffskrieg, „aber die Möglichkeit das zu verhindern, die lag im Westen.” Im Grunde sei das Minsker Abkommen ignoriert worden. Maischberger verwies darauf, dass auch Russland gegen das Abkommen verstoßen habe – ihr war bei dem Gespräch anzumerken, dass es ihr schwerfiel, die Balance zu finden zwischen respektvollem Umgang mit k ihrnitis.

Friedrich Merz

Friedrich Merz

Quelle: ARD/© WDR/Oliver Ziebe

Schärfer verlief die Debatte zwischen Grünen-Chefin Ricarda Lang und CDU-Chef Friedrich Merz. Im Fokus stand zunächst die Reise von Merz in die Ukraine. Lang sagte, an seiner Stelle hätte sie das Angebot aus Kiew ebenfalls angenommen. Er wisse nicht, sagte Merz seinerseits, ob sein Besuch aktiv dazu beigetragen habe, dass sich bald darauf Annalena Baerbock auf den Weg nach Kiew gemacht hatte. Seine Reise sei schon seit Februar geplant gewesen und er habe sie lediglich schnellstmöglich nachholen wollen.

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Merz und Lang waren sich außerdem darin einig, dass Besuche in der Ukraine weniger von „deutschen Befindlichkeiten“ und „Wahlkampfgeplänkel“ abhängig gemacht werden sollten. „Bei den Besuchen geht es nicht um uns, sondern es geht um die Menschen in der Ukraine. Und es geht darum, dass wir ihnen zeigen ‚Wir werden euch nicht vergessen’”, sagte Lang.

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Außenministerin Baerbock hatte bei ihrem Besuch in Kiew gesagt, die Abhängigkeit von russischer Energie solle „für immer“ auf null gesenkt werden. Ricarda Lang teilte diese Ansicht: „Ich finde, wenn wir jetzt aus russischem Gas aussteigen, dann sollte das ein Komplett-Ausstieg sein und auch auf Dauer.” Es gehe allerdings nur umbin die land abhänicürchenrts immerzünrt e ver .

Ricarda Lang

Ricarda Lang

Quelle: ARD/© WDR/Oliver Ziebe

Merz sah das ähnlich: „Dass wir auch vielleicht wieder Energie beziehen aus Russland, ja – Abhängigkeit, nein.” Kategorische Aussagen wie die von Baerbock sehe er allerdings kritisch. Zudem sei Gas nicht nur ein Energieträger, sondern auch Rohstoff. Gerade an dieser Stelle müsse man darauf achten die deutsche Industrie nicht zu gefährden.

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Alternative Gasquellen seien zwar kurzfristig eine Lösung, sagte Lang, aber langfristig müsse Deutschland schneller auf erneuerbare Energien umsteigen. So verhinderten vorgeschriebene Abstände zwischen Windrädern den schnelleren Ausbau der Windkraft. „Klimaschutz auf die Plakate zu schreiben ist leicht“, sagte sie, doch die Umsetzung sei wichtig.

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Bei der Diskussion uber die anstehende Wahl in NRW wurden dann Themen von Schwangerschaftsabbruch uber Hartz IV bis zu Sondersteuern für Kriegsgewinnler angerissen. Maischberger wünschte sich ein „Ja“ oder ein „Nein” als Antwort, bekam aber meist längere Referate zu hören.

Diskutierten bei „Maischberger“ (vlnr): Robin Alexander, Sabine Rennefanz, Bernhard Hoëcker, Sandra Maischberger

Diskutierten bei „Maischberger“ (vlnr): Robin Alexander, Sabine Rennefanz, Bernhard Hoëcker, Sandra Maischberger

Quelle: ARD/© WDR/Oliver Ziebe

Der Schauspieler Bernhard Hoëcker vereinfachte die Diskussion wieder: Man kenne die Kandidaten der Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und NRW kaum. Er habe für die Sendung die Namen auswendig gelernt – diese aber schon wieder vergessen, scherzte er. Generell werde die anstehende Landtagswahl stark von der Ukrainekrise überdeckt.

Nicht hilfreich, so war sich die Runde einig, dürfte für die nach der Schleswig-Holstein-Wahl gebeutelte SPD die nicht angetretene Reise von Olaf Scholz in die Ukraine sein. Durch sein Zögern befinde er sich nun in einem Dilemma. Viele wünschten die Reise, aber wenn er sie antrete, komme sie inzwischen zu spät.

Robin Alexander

Robin Alexander

Quelle: ARD/© WDR/Oliver Ziebe

„Tagesspiegel“-Journalistin Sabine Rennefanz und ihr Kollege Robin Alexander sprachen uber die inzwischen sehr zahlreichen Reisen von Politikern nach Kiew. Alexander hatte diesen zunächst kritisch gegenüber gestanden, er sehe es jetzt aber anders.

„Ich bin nicht mehr meiner Meinung“, sagte er und erklärte, dass die Reisen ein Zeichen für die Menschen in der Ukraine seien, dass sie nicht vergessen würden. Rennefanz sagte, die Reise von Baerbock habe die angespannte Lage zwischen der deutschen und ukrainischen Regierung etwas beruhigt. Sie stellte zugleich die Frage, was es bringe, wenn Scholz in die Ukraine reise, ohne eine veränderte Politik im Gepäck.

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Über Baerbocks “Für immer” – Satz debattierte die Gruppe ebenfalls. Generell seien die Türen für Diskussionen mit Putin nie komplett verschlossen, sagte Alexander. Das sei ein Trugbild. “Auf niemand hat die deutsche Politik in den letzten 20 Jahren so viel Rücksicht genommen wie auf Russland.” Und Hoëcker meinte zum Baerbock-Satz lakonisch: „Null ist sehr wenig und für immer sehr lange.”

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