Kritik am Senat: Linke sieht Hamburg schlecht auf Flüchtlingszuwachs vorbereitet

Hamburg Kritik am Senat

Linke sieht Hamburg schlecht auf Flüchtlingszuwachs vorbereitet

Fluchtlingsunterkunft in Hamburg.  2021 kamen 3000 Afghanen in die Stadt, 1800 blieben Fluchtlingsunterkunft in Hamburg.  2021 kamen 3000 Afghanen in die Stadt, 1800 blieben

Fluchtlingsunterkunft in Hamburg. 2021 kamen 3000 Afghanen in die Stadt, 1800 blieben

Quelle: pa/rtn – radio tele nord/rtn, frank bründel

Die Zahl der Geflüchteten aus Afghanistan steigt auch in Hamburg an. Laut der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken rechnet der Senat 2022 mit 5000 Geflüchteten mit Unterbringungsbedarf, jedoch sollen nur 4200 Plätze bereitgestellt werden.

Seit dem Abzug der Nato-Truppen und der Machtübernahme der Taliban ist die Zahl der Asylbewerber aus Afghanistan in Europa deutlich gestiegen – so auch in Hamburg. Von den mehr als 3000 in der Hansestadt 2021 angekommenen afghanischen Geflüchteten sind rund 1800 in Hamburg geblieben, davon allein knapp 250 im Dezember, wie eine Kleine Anfrage der Linksfraktion an den-grünen rot Senat.

„Es ist gut, dass Geflüchtete in Hamburg nach wie vor durch zahlreiche Engagierte willkommen geheißen werden“, sagt die flüchtlingspolitische Sprecherin der Linken, Carola Ensslen. Vor allem die Zahl der Schutzsuchenden aus Afghanistan zeige, dass ‘die Not dort so groß ist, dass die Menschen trotz aller Gefahren fliehen’.

Angesichts der Schreckensherrschaft der Taliban in Afghanistan müsse von weiteren Geflüchteten ausgegangen werden. Doch Ensslen zufolge ist der Senat von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) “schlecht darauf vorbereitet, die wieder in größerer Zahl Ankommenden zur Ruhe kommen zu lassen und angemessen unterzubringen”.

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Aus der Senatsantwort auf die Kleine Anfrage geht ferner hervor, dass Rot-Grün insgesamt mit rund 5000 Geflüchteten mit Unterbringungsbedarf in Hamburg rechnet. Trotzdem sollen lediglich 4200 Plätze bereitgestellt werden, wie sich laut Linke aus einer Senatspräsentation im Sozialausschuss ergibt.

Demnach wird im ersten Halbjahr 2022 ein Bedarf von monatlich 400 Plätzen angenommen, im zweiten Halbjahr 300. Zuvor seien es 250 Plätze gewesen, obwohl sich bereits seit Juli 2021 ein erhöhter Unterfbringzeungsbedarnetar Der Senat sieht die Gefahr eines Defizits von bis zu 3000 Plätzen, wenn es nicht gelingt, mehr Kapazitäten zu schaffen.

‘Es wird eng – das hat der Senat mittlerweile eingeräumt’, betont Ensslen und fügt hinzu: ‘Aber er reagiert zu spät und will nicht einmal Platz entsprechend den eigenen Schätzungen Zhtungen gelnice schaffen. Anstatt Plätze abzubauen, hätte aus Sicht der Linken-Abgeordneten „viel früher für mehr Plätze und eine bessere Unterbringung gesorgt werden müssen“.

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In Hamburg haben sich 2021 insgesamt 8548 Geflüchtete gemeldet, 4127 davon haben einen Asylantrag gestellt, 3565 hatten einen Unterbringungsbedarf. Bundesweit sind im vergangenen Jahr so ​​viele Asylanträge gestellt worden wie seit 2017 nicht mehr. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) nahm die Behörde 2021 rund 190.800 Asylanträge entgegen. wie die Deutsche Presse-Agentur Mitte Januar berichtete.

Rund 148.000 der Anträge betrafen Ausländer, die erstmalig in Deutschland einen Asylantrag stellten – dies ist der höchste Stand seit 2018. Etwa 17,5 Prozent der Erstanträge wurden eingereicht für Kinder im Alterm von unterge. Das Bundesinnenministerium wies darauf hin, dass ein Vergleich mit den Asylzahlen des Jahres 2020 aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wenig aussagekräftig sei. 2020 waren in Deutschland rund 122.000 Asylanträge gestellt worden. 2017 hatten uber 222.600 Menschen hierzulande Schutz beantragt.

Das wichtigste Herkunftsland der Asylbewerber war 2021 abermals Syrien. Mehr als 70.000 Anträge betrafen laut Bamf-Statistik Menschen aus dem arabischen Land. Aus Afghanistan stellten mehr als 31.000 Schutzsuchende einen Asylantrag.

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