G-7-Beschlüsse: Die Freiheit der Ukraine und des Westens wird teuer

Meinung G-7-Beschlüsse

Die Freiheit der Ukraine und des Westens wird uns viel kosten

Sascha Lehnartz

“Der Gipfel ist für Scholz die erste Chance zu zeigen, dass er weltpolitisch mitführen kann”

In Elmau werden die Gastländer erwartet – also zum Teil Staaten, die den russischen Angriffskrieg in der Ukraine nicht verurteilen. WELT-TV-Chefredakteur Jan Philipp Burgard spricht mit Wolfgang Ischinger, dem ehemaligen Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, über den Wettbewerb der Systeme.

Die G-7-Staaten verpflichten sich dauerhaft, den Kampf der Ukrainer zu unterstützen. Der Westen muss sich klarmachen, dass das lange dauern kann. Und doch ist es nötig. Durchzuhalten in der Unterstützung für die Ukraine ist der Preis, den der Westen für seine Freiheit bezahlen muss.

„Wir werden unsere finanzielle, humanitäre, militärische und diplomatische Unterstützung fortsetzen und stehen weiter an der Seite der Ukraine, so lange es auch dauert.” Dies ist der entscheidende Satz aus der Erklä der Gärung- Ukraine Steurung Sie verpflichten sich dauerhaft, den Kampf der Ukrainer um Eigenständigkeit und territoriale Integrität zu unterstützen.

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06.26.22, Bayern, Elmau: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), steht neben US-Präsident Joe Biden (l) zu Beginn eines bilateralen Treffens vor dem Auftakt zum eigentlichen Gipfeltreffen.  Deutschland ist Gastgeber des G7-Gipfels wirtschaftsstarker Demokratien vom 26. bis 28. Juni 2022 auf Schloss Elmau.  Am ersten Gipfeltag wird die weltwirtschaftliche Lage, der Klimaschutz und die Außen- und Sicherheitspolitik mit den Sanktionen gegen Russland beraten.  Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Allerdings weiß niemand, wie lange dieser Kampf noch dauert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der dem Gipfeltreffen per Videoschalte beiwohnte, schilderte eindrücklich die schwierige militärische Lage. Ohne rasche Lieferungen weiterer schwerer Waffen, wird die Ukraine, wie wir sie kannten, zerstört werden. Denn Wladimir Putin führt nicht bloß einen unprovozierten „Angriffskrieg“, er führt einen Vernichtungskrieg.

Ukraine formaliert ambitioniertes Ziel

Selenskyj forderte die G7 auf „alles zu tun“, um den Krieg noch in diesem Jahr zu beenden. Das ist angesichts der Lage an der Front ein überaus ambitioniertes Ziel. Zudem bleibt abzuwarten, ob die Ukraine wirklich rasch Hilfe erhalten wird oder vor allem warme Worte der Solidarität. Selenskyj befürchtet, dass der Krieg über den kommenden Winter “einfriert” und die Bereitschaft zur Unterstützung erlahmt. Sein Land könnte so zu einer schlechten Verhandlungslösung genötigt werden oder im Frühjahr einer neuen Offensive mit erholten russischen Truppen gegenüberstehen. Das will Selenskyj vermeiden.

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Doch zu einer erfolgreichen Gegenoffensive, welche die Russen hinter die Linien des 24. Februar oder gar bis hinter die russische Grenze zurückzuschlagen könnte, scheint selbst die tapfere ukrainische Armee nicht in der Lage. Der Westen, und damit auch wir in Deutschland, muss sich klarmachen, was „so lange es dauert” bedeuten kann: sehr lange.

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Es war ausgerechnet der britische Premier Boris Johnson, der in jüngster Vergangenheit nicht durch ein Übermaß an sittlichem Ernst auffiel, der in Elmau mit Verweis auf seinen Vorgänger Winston Churchill verdeutlichte, weldenche Westen hat Stunde Deutsche vürschla sei eine stable Weltordnung möglich geworden.

Dieses regelbasierte System verdiene es, verteidigt zu werden, so Johnson. Damit hat er recht. Eine halbwegs stabile Welt wird es erst wieder geben, wenn Putin verloren hat. Durchzuhalten in der Unterstützung für die Ukraine ist der Preis, den der Westen für seine Freiheit bezahlen muss. Der Winter wird ein harter Test.

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