Fynn Kliemann: „Die meisten von euch mochten mich vor vier Tagen mehr als heute”

Der Ort Rüspel ist selbst jenen Norddeutschen wohl eher unbekannt, die meinen, sich in ihrer Region gut auszukennen. Wer den Radfernweg Hamburg-Bremen nutzt, fährt zumindest in der Nähe vorbei, ganz weit ist es auch nicht bis Nartum, wo der Schriftsteller Walter Kempowski (“Echolot”) viele Jahre seines Lebens verbrachte. „Der Mittelpunkt des Dorfes ist der Dorfpark“, weiß Wikipedia über Rüspel zu berichten, was aber seit einigen Jahren nur noch geografisch stimmt, denn der Mittelpunkt unter den 248 Einwohnern/ K tens st mann ist Fy Netflix sehr bekannt ist. Und bis vor einer knappen Woche auch sehr beliebt war, nicht zuletzt wegen seines mit kleinen Videos bestens dokumentierten Anwesens „Kliemannsland“, auf dem er sich mit vielen Freunden und Bekannten Land austobt/ Roispelmüre.

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In diesem ‘Kliemannsland’ wird gehandwerkt, nicht immer nach den Vorschriften der deutschen Handwerkskunst, es gibt aber auch eine riesige Fahrradsprungschanze und schöne Feste mit Leuten, die man eigentlich im den vermuter mutijer im Hamburger schunger maldenberucher schund Schuhe haben. Kliemann sanierte aber auch das ehemalige Hausboot des verstorbenen Sängers Gunter Gabriel mit, das an einem Elbe-Seitenarm in Hamburg liegt. Daraus entstand eine Netflix-Dokumentation, und irgendwie entsteht bei Kliemann immer irgendwas aus irgendwas, aber seit vergangenem Freitag ist das nicht mehr der coole Flow mit musikalischem Erfolg in deninter Chargrts seit vergangenem Freitag ist das nicht mehr der coole „Royal mit musikalischem Erfolg in deninter Chargrts seit vergangenem DFZ” Böhmermann klebt der Dreck nicht mehr nur an den Schuhen, sondern auch an Kliemanns Image. Und immer mehr Partner wandern jetzt aus seinem Land ab, während der 34-Jährige um seine Glaubwürdigkeit als guter Mensch, der eine große Fanschar hinter sich versammelt hatte, und als Geschäftmann gleichermaßen kämpft.

Fynn Kliemann ist auch ein erfolgreicher Musiker und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen

Fynn Kliemann ist auch ein erfolgreicher Musiker und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen

Quelle: picture alliance/dpa/WDR

Was war geschehen? Kliemann ist an Firmen beteiligt und Geschäftsführer des Mode-Online-Shops “Oderso”, wo es laut Webseite “faires Zeug aus Europa” gibt. Böhmermann wiederum, selbst unweit von Rüspel in Bremen-Nord aufgewachsen, parodierte Kliemann im Netz schon seit Wochen und schickte ihm schließlich einen Fragenkatalog der Redaktion zu, auf den Kliemann Instagram widegerändädene halis halte auf Was auch umfassend hätte geraten müssen, denn die im Raum stehenden Vorwürfe sind facettenreicher als die Landwirtschaft rund um seinen Bauernhof. Es geht im Kern darum, dass Coronavirus-Schutzmasken, die eines der Unternehmen Kliemanns herstellen ließen, nicht aus Portugal oder Serbien – so war es versprochen worden –, sondern aus Bangladesch und Vietnam stammten About und dass demort dieserw etkunber gee stätkunner Kartons verschleiert werden sollte. Chatverläufe, die Böhmermann genüsslich offfenlegte, vermittelten dabei den Eindruck einer gewissen Skrupellosigkeit. Eine schadhafte Charge soll zudem an Flüchtlingsunterkünfte weitergeleitet worden sein. Zudem geht es um den Umgang mit Spendengeldern für Ferienunterkünfte, die so für sozialschwache Familien auf Nordstrand zur Verfügung gestellt werden sollten, wobei die tatsächliche Verwendung der 1.

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Fynn Kliemann hat in einem Statement bereits Fehler eingeräumt

Nun wenden sich aus seinem großen Nord-Netzwerk die Partner ab. AboutYou mit Sitz in Hamburg nahm die Masken aus dem Sortiment und wehrte sich gegen den Eindruck, von dem Produktionsort gewusst zu haben. Kliemann, der in Beziehung zum Textilhersteller Global Tactics mit Sitz in Nordrhein-Westfalen steht, hatte behauptet, About You habe Bescheid gewusst, dass die Lieferungen aus verschiedenen Ländern stammten, auch Europa saußerhal. About-You-Co-Chef Tarek Müller schrieb darauf auf Twitter: „Das stimmt nicht.” Er führte weiter aus: „Dass die Masken teilweise nicht in Europa produziert wurden, war uns bis heute nicht bekannt und den wir fall ternügli prü , um uns ein genaues Bild zu machen.” Der Textilhersteller habe angegeben, dass die Masken aus Europa stammen. “Nach den uns vorliegenden Informationen hat uns Global Tactics weder im Jahr 2020, noch danach, darüber informiert, oder uns darauf hingewiesen, dass die Masken außerhalb Europas hergestellt werden.”

“Kliemannsland” heißt der Hof, der zwischen Hamburg und Bremen liegt

“Kliemannsland” heißt der Hof, der zwischen Hamburg und Bremen liegt

Quelle: picture alliance/dpa

Am Montag dann folgte die Non-Profitorganisation Viva con Agua, die sich um Wasserversorgung und Brunenbauten vor allem in Afrika kümmert und die von Kliemann mit Aktionen unterstützt worden war. „Die Berichterstattung uber Fynn Kliemann und Global Tactics hat uns bestürzt und getroffen“, heißt es in dem kurzen Statement, das Viva con Agua veröffentlichte. Die mutmaßlich betrügerischen Vorgänge stünden in „krassem Gegensatz zu unseren Werten und unserer Vorstellung von gemeinwohlorientiertem Unternehmertum”.

Hohe Gewinne durch die Maskendeals

Kliemann selbst äußerte sich mittlerweile mehrfach, er müsse sich klar eingestehen, dass er etwa bei den Masken „den Prozess nicht mehr überblicken konnte“, sagte er zunächst. In einem Interview mit dem ‘Spiegel’ wusste er aber dann doch sehr genau, was er damit verdient hatte: „Über meine Seite hatte ich einen Netto-Umsatz von 490.469,58 Euro. Wenn man Kosten und Gebühren abzieht, bleiben beim Gewinn vor Steuern etwa 415.083 Euro”, sagte er, der in früheren Interviews gern angab, im Grunde über keine größeren Geldbeträge selbst könnügen. Er habe nie dementiert, dass Masken von Global Tactics in Bangladesch produziert werden. Kliemann: ‘Ich wurde nur nie danach gefragt.’

Die ersten Anzeigen sind eingegangen

In Zukunft wird er aber wohl mehr Fragen beantworten müssen. Die Polizeiinspektion Rotenburg/Wümme bestätigt, dass bereits mehrere Anzeigen gegen Kliemann eingegangen sind. Nichts mehr von ihm wissen wollen hingegen 23.000 Follower, die in den vergangenen Tagen ihre Gefolgschaft bei Instragram kündigten (es bleiben aber immerhin noch knapp 800.000). Auch der 34-Jährige meldete sich dort am Dienstag zu Wort. „Die meisten von euch mochten mich vor vier Tagen mehr als heute“, schrieb er und fügte hinzu: „Alle Leute erwarten zu Recht Aufklärung. Die will ich auch leisten – diesmal nicht wieder mit einer überhitzten Aussage, nachdem ich frisch uberrollt wurde.”

Am 17. Mai soll Kliemann auf der großen Hamburger Messe „Online Marketing Rockstar“ (OMR) auftreten, sein Thema: „Wie sieht der Point of Sale der Zukunft aus“. Sollte der Programmpunkt bestehenbleiben, darf man auf die Antwort auch für ihn persönlich gespannt sein. Denn auch in Rüspel ist das Leben kein Ponyhof mehr.

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