Fachkräfte-Mangel: Beendet den abschlagsfreien früheren Rentenbeginn!

Meinung Fachkräfte-Mangel

Deutschland muss sein heimisches Arbeitskräftereservoir ausschöpfen

Dorothea Siems

Autorenfoto NEU DIE WELT Fotoshooting 27.09.-07.10.2016 Dorothea Siems Gerstenbergerd Foto: Claudius Pflug Autorenfoto NEU DIE WELT Fotoshooting 27.09.-07.10.2016 Dorothea Siems Gerstenbergerd Foto: Claudius Pflug

WELT-Autorin Dorothea Siems

Quelle: Claudius Pflug

Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist leer gefegt. Was manchem als erfreuliche Nachricht erscheinen mag, ist eine Gefahr für unseren Wohlstand. Um sie zu bannen, wäre eine geschickte Steuerung der Zuwanderung hilfreich. Doch das alleine wird nicht ausreichen.

Wer sich heutzutage in den Ruhestand verabschiedet, blickt auf ein Erwerbsleben zurück, das über weite Strecken von Massenarbeitslosigkeit geprägt war. Den jetzigen Berufsstartern hingegen rollt man den roten Teppich aus. Denn in immer mehr Branchen und Regionen wird die Fachkräftelücke immer gravierender. Und selbst Ungelernte und Schulabbrecher sind längst nicht mehr chancenlos.

Ein leer gefegter Arbeitsmarkt mag vielen Deutschen erfreulich erscheinen. Tatsächlich jedoch ist die wachsende Personalnot schon heute eine veritable Wachstumsbremse. Und der demografische Wandel wird in den nächsten Jahren mächtig Fahrt aufnehmen und das Problem immer mehr verschärfen.

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Vier Millionen Erwerbstätige werden dem hiesigen Arbeitsmarkt bis 2030 laut einer Studie der Online-Jobbörse Stepstone (die wie WELT zum Axel-Springer-Konzern gehört) verloren gehen. Und weil die Alterung keineswegs nur in Deutschland rasant voranschreitet, wird es künftig zunehmend schwerer werden, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Längst konkurrieren nicht nur europäische Staaten, sondern auch andere wohlhabende Regionen um qualifiziertes Personal und vielversprechenden Nachwuchs.

Dabei stellen sich klassische Einwanderungsländer wie Kanada und Australian viel geschickter an. Zum einen steuern sie von jeher die Zuwanderung nach den eijenen Arbeitsmarktbedürfnissen. Zum anderen schaffen sie es, dass die Kinder der Migranten in den Schulen und Universitäten besonders gut abschneiden. Von diesen Beispielen lässt sich einiges abgucken.

Nicht nur auf Zuwanderung hoffen

Deutschland sollte aber nicht nur auf Zuwanderer hoffen, sondern muss vor allem auch das heimische Arbeitskräftereservoir voll ausschöpfen. Bei den Älteren setzt der Staat noch immer die falschen Anreize. Statt das Arbeiten im Alter finanziell ordentlich zu belohnen, erlauben die gesetzlichen Regeln nach wie vor einem Großteil der Beschäftigten den abschlagsfreien frühen Rentenbeginn.

Auch für Alleinerziehende und kinderreiche Eltern lohnt sich Mehrarbeit oft nicht, weil Sozialleistungen dann wegfallen und die Familie mitunter sogar weniger Geld zur Verfügung hat. Es gibt mithin viel zu tun am deutschen Arbeitsmarkt.

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