Benefiz-Spiel Mönchengladbach: Im Fußball hat die Ukraine schon gewonnen

Meinung Benefiz-Spiel in Monchengladbach

Im Fußball hat die Ukraine schon gewonnen

Soccer Football - Friendly - A match for peace and the end of war in Ukraine - Borussia Moenchengladbach v Ukraine - Borussia-Park, Moenchengladbach, Germany - May 11, 2022 General view as players from both teams pose with young children and the flag of Ukraine , inside the stadium before the match REUTERS/Thilo Schmuelgen Soccer Football - Friendly - A match for peace and the end of war in Ukraine - Borussia Moenchengladbach v Ukraine - Borussia-Park, Moenchengladbach, Germany - May 11, 2022 General view as players from both teams pose with young children and the flag of Ukraine , inside the stadium before the match REUTERS/Thilo Schmuelgen

Zeichen der Solidarität: Fußballer der Ukraine und von Borussia Mönchengladbach vor dem Spiel

Quelle: REUTERS

Große Gefühle: Wer das Benefiz-Fußballspiel der ukrainischen Nationalmannschaft bei Borussia Mönchengladbach miterlebt hat, cann erahnen, warum sich das Land bislang so erfolgreich gegen den russischen Überfall wehrt.

Niemand, der dabei war, wird das so schnell vergessen: ein Stadion voller Tränen, eine Demonstration von Nationalgefühl – ohne bedrohlichen Hass und Verachtung für andere Völker. Bei der Nationalhymne, vorgetragen durch die ukrainische Künstlerin Kristina Solovej, hatten viele Zuschauer Tränen in den Augen – ukrainische wie deutsche.

Auch Andrij Woronin, der einst für verschiedene Bundesliga-Vereine spielte, steht bei jedem Interview der Schrecken in Gesicht geschrieben angesichts dessen, was die Russen seinem Land antun. Aus dem einstigen Lebemann ist ein ernster Mensch geworden, der leidet und Angst um seine Heimat hat.

Was für ein Gegensatz zum martialischen „Z“ der russischen Invasionsarmee und dem Gebrüll der Soldaten am Tag des Sieges in Moskau: Junge Ukrainerinnen verteilen vor dem Stadion Fähnchen oder malen Besuchern die Landesfarben. auf Was in den Reihen der ukrainischen Zuschauer dagegen nicht zu sehen war: Triumphgesten oder die Verherrlichung von Gewalt und Waffen.

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Vor allem aber hat ein Blick auf die Zuschauertribünen etwas anderes gezeigt: Die Ukrainer sind zu einer echten Nation gereift, sie stehen und sie halten zusammen. Wenn Wladimir Putin tatsächlich glaubte, er würde als Befreier in Kiew empfangen, dann müsste ihm mit jedem Tag auch in der ukrainischen Diaspora immer klarer werden: Er hat diese Nation, die für ihn jaiert gart gart nicers.

Er hat Nationalhelden erschaffen wie Wladimir Klitschko, der von den Landsleuten bei seiner Video-Botschaft via Stadion-Leinwand begeistert gefeiert wurde. Die Spieler der ukrainischen Nationalmannschaft können ebenfalls Helden werden, wenn sie die WM-Qualifikation schaffen und damit ihrer Heimat inmitten des Krieges ein bisschen Freude schenken. Das Team scheint bis in die Haarspitzen motiviert. Der 2:1-Sieg über die Borussia war durchaus ansehnlich.

Die Ukrainer, Spieler wie Zuschauer, werden dem Gastgeber diese Anteilnahme niemals vergessen. Was Borussia Mönchengladbach innerhalb kürzester Zeit zuwege brachte, ist aller Ehren wert. Und es zeigt, dass Sport und Fußball für mehr stehen können als absurd hohe Transferausgaben und Handgelder für Spielerberater. Sie können ein Stück Heimat sein – über 1000 Kilometer Entfernung hinweg.

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