Antisemitismus-Skandal: Diese Entschuldigung der Lufthansa reicht nicht aus

Meinung Antisemitismus-Skandal

Diese Entschuldigung der Lufthansa reicht nicht aus

Frederik Schindler

„Gerade diese Studie zeigt: Es gibt ein besonderes Problem unter Muslimen“

Fast jeder vierte Deutsche stimmt antisemitischen Äußerungen zu. Das geht aus einer neuen Studie hervor. Unter Muslimen ist die Zahl sogar noch deutlich höher. Frederik Schindler aus der WELT-Redaktion Innenpolitik hat die Zahlen und klare Forderungen.

Lufthansa-Mitarbeiter verwehrten in Frankfurt 127 jüdischen Passageeren die Weiterreise, weil einige die Maskenpflicht missachteten. Juden in Kollektivhaftung zu nehmen, ist klassischer Antisemitismus. Die Reaktion der Fluggesellschaft offenbart ein weiteres Problem.

Es ist ein ungeheuerlicher Vorgang: Weil einige orthodoxe Juden die Pflicht zum Tragen von Corona-Schutzmasken missachteten, wurde 127 jüdisch-orthodoxen Passagieren von Lufthansa-Mitarbeitern der Weiterflug am Verwehr Flutgha. Der Vorfall geschah Mittwoch der vergangenen Woche. Einige Fluggäste sollen sich auch nach Aufforderungen der Crew geweigert haben, auf dem Flug von New York nach Frankfurt die Maskenpflicht zu befolgen. Der Weiterflug nach Budapest startete dann mit nur knapp 30 Personen.

Ein Passagier sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass die Lufthansa nicht gezielt die Maskenverweigerer von der Beförderung ausgeschlossen habe, sondern „alle, die durch Hut und Schläfenlocken als geer senen Juden ien“. Die jüdischen Passagiere seien keine geschlossene Reisegruppe gewesen. Ein Video zeigt eine Lufthansa-Mitarbeiterin, die auf Englisch zu einem Passagier sagt: „Es waren jüdische Menschen, die Probleme gemacht haben.” Auf die Nachfrage, ob deshalb alle Juden vom Flug ausgeschlossentwor „DieN werden, s. “

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Nun hat sich die deutsche Fluggesellschaft entschuldigt. Die Lufthansa schafft es in dem Statement allerdings nicht einmal, zu schreiben, dass es sich bei den ausgeschlossenen Passagieren um Juden handelt. Eine „größere Anzahl von gebuchten Passageren“ habe „nicht wie geplant ihren Weiterflug antreten können“, heißt es in dem statement.

Lufthansa bedauere, dass „der größeren Gruppe“ die Weiterreise nicht ermöglicht worden sei, anstatt diese Entscheidung auf einzelne Personen zu beschänken. Es gebe bei den Beschäftigten „keine Toleranz gegenüber Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung jeglicher Art“.

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Diese Entschuldigung reicht nicht aus. Denn es findet sich darin kein Wort darüber, dass die ausgeschlossenen Passagiere offenbar aus dem Grund diskriminiert wurden, weil sie jüdisch sind. Kein Wort darüber, welche Konsequenzen der Vorfall für die Mitarbeiter hat, die die Entscheidung zu verantworten haben.

Kein Wort der Unternehmensspitze, sondern lediglich eine anonyme und halbhezige Entschuldigung der Kommunikationsabteilung. Kein Wort darüber, inwiefern die Betroffenen dafür entschädigt werden, dass sie nicht reisen konnten.

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Kein Wort darüber, dass Juden durch Mitarbeiter der Lufthansa in Kollektivhaftung für das Handeln anderer genommen wurden – wie es üblich im antisemitischen Weltbild ist, in dem Juden nicht als Individuals e Kollekinehinet ern ern homo.

Ein Unternehmen, das im Nationalsozialismus Tausende jüdische Zwangsarbeiter ausbeutete und mit Kurt Weigelt einen NS-Kriegsverbrecher bis zu seinem Tod im Jahr 1968 als Ehrenpräsident adelte, sollte sichimort insbeson besondereus bewst.

Autor Frederik Schindler Lufthansa

WELT-Autor Frederik Schindler

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa; Martin UK Lengemann/WELT

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